TTR-Werte im Einzelsport kritisch betrachtet

Immer wieder gibt es kritische Betrachtungen zur Auswirkung der TTR-Werte im Einzelsport. Im Newsletter KW 02/2013 des BTTV nimmt der Bayerische Tischtennisverband hierzu ausführlich Stellung:

Im Mannschaftsspielbetrieb haben sich die TTR-Werte etabliert und sind flächendeckend akzeptiert. Durch die TTR-Werte ist eine nachvollziehbare Reihung nach Spielstärke in der Mannschaftsmeldung eines Vereins möglich.click-TT

Den Einzelspielbetrieb betreffend herrschen anscheinend immer noch Missverständnisse vor, die mit dieser Veröffentlichung angesprochen werden sollen.

Der TTR-Wert wird für jeden Spieler erstmalig initial berechnet. Das genaue Procedere ist der Kurzanleitung zu click-TT im Internet zu entnehmen. Danach verändert sich der TTR-Wert gemäß der Gewinnerwartungen und Ergebnisse im Vergleich zu den TTR-Werten der Gegner.
Gerade weil der TTR-Wert von Ligenzuhörigkeit und „Bilanz“ entkoppelt ist, ist er ein unabhängiges Instrument zur Ermittlung der Spielstärke. Es ist daher nicht nachvollziehbar, wieso ein Spiel zweier Spieler (und damit der Vergleich derer TTR-Werte) im Einzelspielbetrieb anders „gewichtet“ werden soll als im Mannschaftsspielbetrieb. In der bundesweit einheitlich angewendeten Systematik um die TTR-Werte gilt daher der Grundsatz: „Alle Spiele zweier TTR-Werte werden gleich behandelt!“, egal ob sie in der Bezirksliga, in der Vorrunde einer Kreismeisterschaft oder im Endspiel der Deutschen Meisterschaft ausgetragen werden.

Andere Vorschläge, wie z.B. die geringere Gewichtung im Einzelspielbetrieb, die Begrenzung von TTR-Veränderungen, das Verteilen von „Bonuspunkten“ bei Turnierteilnahmen, …, würden diese Logik außer Kraft setzen und damit die Integrität der Rangliste gefährden.
– Turnierteilnehmer sollen weder belohnt noch bestraft werden.
– Die Rangliste soll zwischen den jetzt bekannten Grenzen bleiben, sich weder spreizen noch verengen bzw. in eine Richtung „wandern“.

Unter dieser Prämisse ist es auch nicht nachvollziehbar, dass vorgeschobene „Killerargumente“ das Nichtantreten bei Einzelsportveranstaltungen begründen, wie: „Ich spiele kein Turnier, weil ich da auf einen Schlag 80 Punkte verlieren kann.“

Zunächst einmal muss festgestellt werden, dass bei (entsprechend Gewinnwahrscheinlichkeit mehr oder weniger unerwarteten) Niederlagen mehr oder weniger TTR-Punkte verloren werden. Auf der anderen Seite gibt es ja auch Spieler, die welche gewinnen. TTR-Punkte werden bei Turnieren nämlich nicht „vernichtet“!

Des Weiteren ist unstrittig, dass bei einem Turnier mit mehr als 2-3 Spielen die TTR-Veränderungen größer sein können als bei einem Meisterschaftsspiel.
Um jedoch 80 Punkte zu verlieren, müsste bei einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 100 % (= Unterschied in den TTR-Werten von 344 oder mehr Punkten!) ein Erwachsener (mit „normaler“ Änderungskonstante von 16) 5 Spiele in einem Turnier verlieren. Bei welchem Turnier der Erwachsenen verliert ein A-Klassenspieler (mehr als 1650 Punkte) gegen fünf! D-Klassenspieler (weniger als 1400 Punkte)?

Und sollte jedoch aus Tagesformgründen (andernfalls würde ja die tatsächliche geringere Spielstärke resultieren …) eine „Delle“ im TTR-Verlauf entstehen, so würde diese schnellstens durch die nach den Niederlagen resultierende geringere Gewinnwahrscheinlichkeit und daraus folgenden höheren Zugewinnen (bei Beweis entsprechend der früheren, tatsächlichen Spielstärke) ausgeglichen werden. Für die meisten Turniere bleibt bis zur nächsten Q-TTR-Berechnung mit Auswirkungen für die Mannschaftsmeldung genügend Zeit; nach den Kreismeisterschaften der Erwachsenen übrigens 9 Wochen. Und wenn immer noch eine kleine Diskrepanz vorliegen sollte, hat der Verein für seine Mannschaftsmeldung genügend Instrumentarien wie Toleranzwert, Sperrvermerk, … zur Verfügung.

Fazit: Je mehr Ergebnisse in die Datei einfließen, desto aussagekräftiger sind die TTR-Werte. Je genauer die Setzung und Auslosung auf die (korrekten) TTR-Werte zurückgreift, desto geringer fallen die TTR-Veränderungen aus, wenn die Gewinnerwartungen auch eintreten. Je mehr Turnierteilnahmen es gibt, desto mehr haben aufstrebende Spieler die Möglichkeit sich stärkemäßig (schneller) zu entwickeln. Außerdem garantieren die TTR-Werte, dass kein Spieler in einer Konkurrenz überfordert ist, weil er ja gegen „gleichstarke“ Gegner spielt. Auch ohne das Turnier zu gewinnen, kann es einen Zuwachs an TTR-Punkten geben.

Es gibt im Gegenteil keinen Grund, wegen der gleichen Berechnung der TTR-Werte im Einzelspielbetrieb ein Turnier zu meiden!

Für individuelle Rückfragen steht die Geschäftsstelle gerne zur Verfügung. Die Info-Reihe »click-TT-Anwendung« steht der Allgemeinheit ebenso wie die bisherige Informationsserie zur »click-TT Einführung« zur Verfügung.

Schade, dass diese Diskussion nicht offen über einen Blog oder ein Forum geführt wird. Hierzu geben wir euch aber hier die Möglichkeit. Was haltet ihr von den Argumenten des BTTV? Wäre nicht ein Quartalswert im Dezember erforderlich, der auch alle Spiele der Vorrunde einschließt wünschenswert?

Über BTTV

BTTV steht als Synonym für den Webmaster und Autor von BTTV - Tischtennis Kreis Hassberge: Bernhard Süppel. Dieser ist seit Juli 2000 Kreisvorsitzender im Tischtennis Landkreis Hassberge und hat diese Seite als Webarchiv für den Tischtennissport im Landkreis aufgebaut. Nachdem die offizielle Webseite des Kreisverbands zum BTTV umgezogen ist, verbleibt hier das Tischtennisarchiv des Kreises und die Seite wird sich zu einem Tischtennisblog wandeln. Mit Berichten über Material, Tischtennisregeln, zum Tischtennissport, etc. informiert Sie der Webmaster über interessante Dinge rund um den schnellste Ballsportart der Welt. Sie finden den Autor nun auch bei Google+.

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